Jacob und Marie Rothenfußer-Gedächtnisstiftung

Seine Beweggründe für die Errichtung der Jacob und Marie Rothenfußer- Gedächtnisstiftung fasste der Stifter Erich Rothenfußer im Jahr 1986 wie folgt zusammen:

Eine Stiftung gegen den Strom der Zeit

Ideal und Leitbild unserer Zeit ist die Jugend. Von allen Plakatwänden strahlt ihr Bild, ein Sinnbild der Schönheit und Freude, des Lebens und der Gesundheit.

Viele reden heute von Selbstverwirklichung und Emanzipation. Oft meinen sie damit aber nur die Flucht aus der Verantwortung, z.B. gegenüber ihren Eltern, die alt geworden sind. Denn das Alter findet wenig Anklang. Es steht im Schatten, weder Mode noch Werbung haben mit Senioren viel im Sinn.
Kein Wunder, wenn kritische Beobachter meinen, die Kluft zwischen Alt und Jung sei heute tiefer eingekerbt, spalte mehr Familien als noch vor ein paar Jahrzehnten.

Eine neue Stiftung meldet gegen diesen Trend Widerstand an.

Die Jacob und Marie Rothenfußer-Gedächtnisstiftung stellt die Frage, ob es wirklich der richtige Weg ist, wenn immer größere Teile der nachrückenden Generation nur noch ihre eigenen Wege gehen wollen.

Wie kam es zu dieser ungewöhnlichen Gründung gegen den Strom der Zeit?

Am Anfang stand eine Erinnerung. Erich Rothenfußer konnte die Sorgen, die tausendfachen Mühen nicht vergessen, die seine Eltern in schwerer Zeit getragen hatten, um ihren sieben Kindern den Weg ins Leben zu erleichtern. Stets dankbar dafür zu sein war der Vorsatz, den er schon in jungen Jahren fasste. Mit der nach seinen Eltern benannten Stiftung hat er den Plan verwirklicht.
Zunächst geht es darum, viele Menschen auf das Problem der vereinsamten, alternden Menschen aufmerksam zu machen und ihnen ins Bewusstsein zu rufen, dass nicht nur die Eltern ihren Kindern, sondern auch die Kinder gegenüber ihren Eltern eine große Verantwortung zu tragen haben, wenn diese alt oder krank geworden sind.

Deshalb befasst sich die Stiftung auch von ihrer Grundidee her mit der Einrichtung von Pflegeheimen auf Zeit.

In diese Heime sollen in erster Linie pflegebedürftige Eltern für einige Zeit aufgenommen werden, um ihren Angehörigen die Möglichkeit zu eröffnen, auch einmal ausspannen und sich von der aufopfernden Fürsorge erholen oder sich bei eigener Erkrankung einer Behandlung unterziehen zu können. Wir streben aber auch an, dass schwerkranke Kinder aufgenommen werden, die von ihren Eltern das Jahr über zuhause gepflegt werden, so dass auch diese für eine angemessene Zeit ihrer schweren Aufgabe enthoben sind.

Während der stationären Versorgung soll ein Kreis freiwilliger Mitarbeiter, der bereits vorher im Rahmen unserer ´Sozialen Feuerwehr´ an der Betreuung des Einzelfalles mitgearbeitet hat, sich Besuchen im Heim und der Beaufsichtigung der verwaisten Wohnungen widmen.

Mit diesem Angebot zeitlich begrenzter Entlastung von ständiger häuslicher Pflege von Familienangehörigen, möchten wir die Bereitschaft zu solchem Opfer im Familienverband wecken bzw. fördern und damit einen Beitrag zur Stärkung dieser Gemeinschaft als der Grundlage unserer Gesellschaft leisten